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Besuch von Herrn Spörl – Ein Einblick in das Leben mit Behinderung

  • 28. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Was bedeutet es, wenn sich das ganze Leben von einem Moment auf den anderen verändert? Diese Frage stand am Anfang eines besonderen Schultages am 21.05.2026, als Herr Spörl unsere Mittelschule in der Turnhalle besuchte und offen über sein Leben im Rollstuhl berichtete.

Schon zu Beginn entstand eine ruhige und vertrauensvolle Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler durften alles fragen, was sie interessierte, und Herr Spörl antwortete sehr offen und ehrlich.

Schließlich ließ die erste Frage „Warum sitzen Sie im Rollstuhl?“ nicht lange auf sich warten. Offen schilderte er seinen Unfall, bei dem er sich beim Sprung in einen See am Kopf verletzte und seine Wirbelsäule geschädigt wurde. Seitdem ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Er machte deutlich, dass je höher die Verletzung an der Wirbelsäule liegt, desto stärker der Körper betroffen ist. Bei ihm sind die Hände nur eingeschränkt beweglich, und auch die Hüfte kann er nicht ansteuern.

„Können Sie dann gar keinen Schmerz spüren?“, lautete eine weitere Frage. Besonders eindrücklich beschrieb er daraufhin sein Körpergefühl. Viele Reize werden nicht mehr richtig ans Gehirn weitergeleitet, sodass er seine Haut kaum spürt. Schmerzen beschreibt er ungefähr so, als würde man mit der Hand fest auf Kieselsteine drücken, während ein Handtuch dazwischen liegt – man spürt etwas, aber deutlich abgeschwächt. Dadurch entstehen im Alltag Gefahren, die gesunde Menschen oft gar nicht wahrnehmen, zum Beispiel bei Hitze. So erklärte er, dass er nicht merkt, wenn ein Körperteil mit einer zu heißen Oberfläche in Kontakt kommt oder zu heißes Wasser berührt. Während andere sofort reagieren würden, spürt er die Gefahr nicht rechtzeitig und könnte sich dadurch unbemerkt verbrennen.

Herr Spörl erzählte außerdem, dass er im Alltag auf viel Unterstützung angewiesen ist und von sieben Assistentinnen und Assistenten begleitet wird. Auf die Frage, wen er von ihnen am liebsten möge, grinste Herr Spörl und antwortete mit leuchtenden Augen, dass er sie alle sehr möge, da er sie selbst ausgewählt habe. Gleichzeitig sprach er offen darüber, wie sich sein Leben verändert hat und dass seine Freundschaften heute weniger, aber dafür intensiver und bewusster sind. Seine offene und lebensfrohe Art beeindruckte viele Schülerinnen und Schüler sehr und machte deutlich, wie wichtig Verständnis sowie ein respektvoller Umgang miteinander sind.

Am Ende durften die Schülerinnen und Schüler selbst einen Rollstuhlparcours ausprobieren. Dabei mussten sie einen Slalom fahren, sich einmal um die eigene Achse drehen und einen Ball transportieren. Auch wenn viele merkten, dass das gar nicht so einfach ist und deutlich anstrengender als gedacht, machte der Parcours großen Spaß und sorgte für viele neue Eindrücke.

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr dankbar für die Offenheit und positive Ausstrahlung von Herrn Spörl. Besonders seine abschließende Botschaft blieb im Gedächtnis: Man solle dankbar sein – jeden Tag. Diese einfache, aber wichtige Aussage war für viele eine wertvolle Botschaft, die zum Nachdenken anregte und uns hoffentlich lange im Gedächtnis bleibt.

 
 
 

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